Wenn das Projekt „nebenher“ läuft

Komplexe Projekte haben oftmals die Eigenart, dass hiervon weite Teile des Unternehmens betroffen sind. Das betrifft nicht nur die Auswirkungen des Projekts, sondern auch die am Projekt beteiligten Ressourcen. Vor allem strategisch wichtige Projekte, die im besonderen Fokus der Unternehmensführung liegen, haben diese Eigenart. Insbesondere in Organisationen mit einer ausgeprägten und auf Effizienz getrimmten Linienstruktur (und damit eigentlich in den meisten Unternehmen) findet sich keine Struktur, die sich ausschließlich mit der Durchführung von Projekten beschäftigt. Für übergreifende Rollen in einem Projekt (wie z.B. Projektmanagement, PMO, Testmanagement etc.) sind erfahrungsgemäß in vielen Unternehmen Strukturen vorhanden, doch die Spezialisten – unabdingbar für die operative Durchführung eines Projekts – sind in aller Regel im Tagesgeschäft der Linienstrukturen beheimatet. In einer derartigen Konstellation wird […]

Auftraggeber und Sponsor gesucht

Es ist allgemeiner Konsens aus den Erfahrungen im Projektmanagement: die Steuerung von IT-Projekten gewinnt mit zunehmender Größe und Komplexität des Projekts an Stellenwert als Erfolgsfaktor für das Gelingen des Vorhabens. Handelt es sich dabei zudem um ein Projekt mit strategischer Tragweite, ist in der Regel neben den methodischen Skills zudem auch ein gehöriges Maß an politischer Feinfühligkeit von der Projektleitung gefragt. Anderenfalls kann es schnell zu Verstimmungen führen, wenn die Projektleitung der für das Management der Trägerorganisation zumeist sehr sichtbaren Projekte die internen Auftraggeber und Sponsoren nicht ausreichend einbindet, nicht oder gar falsch informiert. Gerade für ein Unternehmen strategisch wichtige Projekte benötigen einen im Unternehmen möglichst prominenten bzw. „hoch platzierten“ Auftraggeber, ggf. erweitert um ebenso prominenten Sponsoren. Denn ein an […]

Der Lenkungskreis strategischer Projekte – Chance oder des Projektleiters Albtraum?

Bei nicht-strategischen, ggf. auch nicht ganz so umfangreichen Projekten spielt der Lenkungskreis zumeist eine untergeordnete Rolle. Manchmal ist es gar so, dass ein Projekt auch vollständig ohne Lenkungskreis ausgestattet ist und dennoch erfolgreich zum Ende geführt wird. Bei strategischen Projekten ist dies in der Regel jedoch ganz anders ausgeprägt: strategische Projekte werden oftmals vom höheren Management, vielleicht auf der Geschäftsführung bzw. des Vorstands eines Unternehmens bzw. eines Konzerns initiiert. Häufig ist es so, dass diese Projekte damit naturgemäß auch eine sehr hohen Aufmerksamkeit durch dieses Management genießt – jeder der beteiligten Entscheider will wissen, wie es um den Vorlauf des Projekts steht – und oftmals noch sehr viel ausgeprägter: jeder der Entscheider will auch in der Umsetzung des Projekts „mitreden“ […]

Bereits mit dem Projektstart an das Projektende denken

Zu Beginn eines IT-Projekts gibt es viele Dinge umzusetzen: Projektauftrag fixieren, Stakeholder identifizieren, Risiken analysieren, das Team organisieren, Projekträume besorgen, Arbeitsbedingungen schaffen, Ziele definieren, Organisations- und Kommunikationsstrukturen schaffen ….. oftmals denkt man zu diesem frühen Zeitpunkt aber noch nicht an das Ende des Projekts und die damit verbundene, erfolgreiche Projektabnahme. Viele IT-Projekte beginnen sich erst zu einem sehr späten Zeitpunkt mit dem Thema Abnahme zu beschäftigen – erst wenn diese näher rückt wird über Abnahmekriterien nachgedacht, diskutiert – nicht selten auch zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer gestritten. Als Beispiel aus dem Projektleben: ein lange andauerndes Projekt geht zu Ende – nach langen Jahren der Spezifikation und Bereitstellung von Teillieferungen geht es gegen Ende des Projekts daran, die gesamte Lösung in einer […]

Was der MUC mit Anforderungsmanagement zu tun hat – oder „Smart Metering“ bedeutet Stakeholdermanagement

Eine weitere Erkenntnis aus meinen bisherigen Smart Meter-Projekten bei Energieversorgern zeigte neulich mal wieder seine Ambition zum „roten Faden“: die Erwartungshaltungen an diese Technologie.  Dazu zuerst an den Anfang dieses Fadens: mein erster konkreter Berührungspunkt mit Smart Metern liegt bereits einige Jahre zurück, linksseitig eines großen Flusses dieser Republik. Hier ging es in einer sehr umfangreichen Workshop Reihe in zahlreichen und temperamentvollen Diskussionen um die Konzeptionierung eines ersten Piloten zum Ausrollen von Smart Metern. In diesen Diskussionen – und auf Basis des zuvor festgestellten Business Cases – kam man schnell zu zwei Schlüsselerkenntnissen: Ausrollen von Smart Metern geht nur „halbwegs kostendeckend“, wenn man nicht nur eine Sparte (damals primär Strom) sondern auch Gas, ggf. auch Wasser und Wärme betrachtet Bei […]