IREB Certified Professional for Requirements Engineering Advanced Level – Die Erste

Nachdem ich ja bereits in 2010 den Foundation Level in Sachen Reqirements Engineering und CPRE und abgelegt habe, steht seit März der Lehrplan für die ersten beiden Advanced Level zur Verfügung. Diesen gibt es momentan für zwei Themenbereiche, weitere sollen im Laufe des Jahres folgen:

  • CPRE Advanced Level Requirements Elicitation & Consolidation (was soviel heist wie “Ermitteln&  Konsolidieren”)
  • CPRE Advanced Level Requirements Modeling (es geht um die Modellierung der Requirements)

Anfang April war ich zum 3 Tages-Upgrade bei www.sophist.de in Nürnberg. Ein wie gewohnt professionelles Training, perfekte Betreuung und diesmal sogar zwei Trainer (da der erste Durchlauf des Trainings), die sehr viel aus der Praxis berichten konnten.

Bei den Inhalten hatte ich zuerst mehr erwartet. Aber schnell wurde klar, dass es vielmehr ein Detaillieren der Stoffbereiche des Foundation Levels geht, die sich eben Ermitteln und Konsolidieren beschäftigen. Das Schöne an diesem Upgrade ist, dass es (im Gegensatz zum Foundation) fast vollkommen ohne die übliche Prüfungsfokussierung abläuft: in zahlreiche Übungen geht es an die Detaillierung des Stoffes. Und wie analog zu anderen Advanced-Veranstaltungen (wie z.B. bei IQSTB/GPM) lebt auch diese Veranstaltungen aus den sich schnell ergebenden Diskussionen um den Erfahrungstausch aus der Praxis. Klar, hier kommt es dann stark auf die Teilnehmergruppe an – aber die war (obwohl relativ klein) auch hier sehr diskussionsfreudig. Gepaart mit den Erfahrungen der beiden Trainer hatten wir so – gefühlt – 30% Erfahrungsaustausch und Reflektion der eigenen Erfahrungen: perfekt, denn genau das war mein Fokus für diese Veranstaltung!

Ach ja – da war dann ja noch die 75 Minuten Prüfung am Ende der Veranstaltung 😉 Die läuft in gewohnter Manier ab – multiple choice auf höchstem Niveau. Bei mehreren möglichen Antworten führen fehlerhafte Kreuze zu Punktabzug. Da die Prüfung zu gefühlt 50% „wahr/falsch“-Fragen besteht, kann das schnell zum Verhängnis werden. Und dann sind die Fragen und Antworten natürlich in gewohnter Manier komplex formuliert. Hier ist dann der Analyst gefragt – GENAUESTES Lesen und Verstehen ist gefragt. Mir erscheint es diesbezüglich auch noch anspruchsvoller als im Foundation Level…. Und wer nicht ausreichend Eloquent und absolut der deutschen Sprache mächtig ist – ich weiss nicht, wie man das lösen soll wenn man Genitiv und Dativ nicht auseinander halten kann …

Gestern kam dann das Prüfungsergebnis – knapp bestanden. Bei mir zeigt sich mal wieder der „letzte Tag-Effekt“. Was ich an den Abenden der ersten beiden Tage noch einmal reflektieren und exzerpieren, reflektieren und auf eigene Erfahrungen transferieren konnte, fehlte mir für den Stoff des dritten Tages (denn da geht es gleich vom Training in den Test). Deswegen geht die Kurve für den Stoff des dritten Tages im Test dann stark nach unten – aber es reicht 😉

Wie geht es weiter: ich darf nun meine Aufgabenstellung für eine schriftliche Hausarbeit anfordern – wenn ich diese habe läuft die Uhr: drei Monate. Wenn die dann ausreichend ist, darf ich mich CPRE Advanced Level nennen.

Zwischenfazit: eine sehr gute Veranstaltung bei www.sophist.de, inhaltlich sehr gut geeignet eigene Methoden und Erfahrungen zu reflektieren und zu transferieren. Das Zertifikat bescheinigt am Ende nicht, dass man es bereits „advanced getan“ hat (anders als z.B. GPM/IPMA), aber es zeigt dass man zumindest den theoretischen Background dafür hat. Und ganz ehrlich – wenn einem die Praxis fehlt, wird es schwer den Inhalt nachzuvollziehen ….

Schauen wir, wie es mit dem schriftlichen Teil weiter geht!